gefillte Fisch, onirisches Zwischenspiel & Spleen

Der lyrische Kater greift zur Feder und verfasst seinen Erstling.

Vom poetischen Schöpfungsakt ausgebrannt, widmet er sich anschließend

der Pflege eines künstlerischen Spleens. Im heutigen onirischen Zwischenspiel wird die bereits durchlebte Traum-Schleife in dekadent-römischer Opulenz verlegt.

Leichtfüßiger Anstieg durch korallenrote Weinberg-Terrassen &

abschließende Einkehr in die Komponierstube.

Peregrin: Gefillte Fisch mit Limmerick des lyrischen Katers aus Jaffo.

Gefillte Fisch: Ein Limmerick aus der Feder Felix Blums (Opus 1 et ultimus)

5. Juli – Postregnerisches Wetter und Andeutung eines Regenbogens zum Frühstück.

 

Beim ersten Gähnen der Morgenröte entkam ich einem animalisch aphoristischen Traum, den ich nicht zu deuten vermochte. Beim Anblick der leeren Türschwelle aus Kalksteinkälte rutschte mir das Herz in die Pfoten. Doch: Fell-Pantoffeln schleiften zur Tür, und da war sie –Tante Golda im Opfergeruch des werdenden Kuchens.

Mein verschrecktes Herz nahm am Frühstückstisch Platz und ich beschloss, dem Tag zu Ehren Weintraubs Post zu beantworten. Da kein Briefpapier zur Hand lag, griff ich zur Wahrsager-Karte vom Abend im Clubhaus, löste meine Gedanken von der Leine und ließ sie artig apportieren. Mit einem Wink in die Antike, sollte denkwürdiger Dank aus filigranen Zeilen den Zugedachten bezirzen. Nach vollbrachter Tat krönte ich meinen Erstling mit mehrdeutigen Tintenfleckenschmetterlingen, bestach den Postraben mit Tequila-Würmern auf Orangenecken und ging Sushi essen.

7. Juli – Bad Hair Day.

 

Der Wurm der lyrischen Neurasthenie nagt an meinen Herzkammern wie Wermut mit Zucker würfelt. Ich sieche entsaftet im Rasen, verfaule entkernt im Fasanengarten. Feuerameisen-Schlangen quellen aus Erdenriefen, sezieren meinen betäubten Leib zu hauchdünnem Carpaccio und tragen es Stück für Stück fort. Perspektivisch verpulvert, verschwind ich ins Nirwana eines Ameisen-Fluchtpunkts. Gute Nacht, du falsche Welt…

 

Der Wurm der lyrischen Neurasthenie nagt an meinen Herzkammern wie Wermut mit Zucker würfelt. Ich sieche entsaftet im Rasen, verfaule entkernt im Fasanengarten. Feuerameisen-Schlangen quellen aus Erdenriefen, sezieren meinen betäubten Leib zu hauchdünnem Carpaccio und tragen es Stück für Stück fort. Perspektivisch verpulvert, verschwind ich ins Nirwana eines Ameisen-Fluchtpunkts. Gute Nacht, du falsche Welt…

 

Der bescheidene Herausgeber wagt an dieser Stelle die Vermutung in den Raum zu stellen, der lyrische Kater habe kurz die kinetische Kraft einer flüchtigen Wallung von élan vital ausgekostet und versucht, seine inexistente Schöpferkraft durch eine lose Liebelei mit der grünen Fee zu entfesseln.


11. Juli – Pinien in Rom: Ein Sommernachtstraum.

 

Ich aale mich in Orangenblüten auf adrigem Marmor, Eunuchen lüften meine Stirn mit Palmwedeln beim Perlen von Harfenklängen. Gargekochte Nachtigallen auf Rosenblättern und Granatapfelkorallen in Eisweingletschern sorgen für das leibliche Wohl.

Eine Rose zwischen den Lippen, tunk ich meine Pfoten in temperierte Eierfarbe und bemale berauscht die kahle Wand mit paganer Schönheit und traubenbekränzter Nacktheit.

Schritt zurück: Der Schöpfer neigt den Kopf zur Seite und nickt seinem Geschöpf… Dann messerscharf, der Schrei – Büffel und Bisons aus versteinerter Zeit fletschen die Zähne an der verwandelten Wand aus Blut und Kohle, Langustinen packen mich mit Feuerzangen und binden mit am harztropfenden Scheiterhaufen, ein schwingenden Weihrauchkessel trifft mich an der Schläfe – Hackleber des Prometheus! Göttliche Feuerfunken! Hosanna, ich brenne, brenne lichterloh!

Lumpenpöbel-Gewieher am Marktplatz.

 

Ich wache schweißgebadet auf, koche ein weiches Ei und denk an Deutschland in der Nacht.

Alle auf dieser Internetpräsenz dargestellten Texte & Bilder

wurden eigenhändig erstellt und sind urheberrechtlich geschützt.